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Nachhaltiges Konsumverhalten

 

Nutzen Konsumentinnen und Konsumenten, die für eine nachhaltige Nutzung einer bestimmten natürlichen Ressource motiviert werden, auch andere natürliche Ressourcen nachhaltiger? Reduziert man etwa Nahrungsmittelabfälle, wenn man lernt, sparsamer mit Wasser umzugehen? Oder passiert das Gegenteil?

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Bewegt man Konsumentinnen und Konsumenten zur nachhaltigeren Nutzung einer bestimmten natürlichen Ressource, kann dies mit positiven Spill-over Effekten einhergehen. Der sparsamere Umgang mit Wasser kann das Bewusstsein für die Bedeutung von nachhaltigem Konsum erhöhen und zu generell umweltfreundlicherem Verhalten führen. Es könnte aber auch sein, dass Menschen, die Wasser sparen, sich an anderer Stelle gerade nicht nachhaltig verhalten. Man spricht dann von einem negativen Spill-over Effekt. Das Wassersparen wird möglicherweise als grosse Anstrengung wahrgenommen, für die man eine "Belohnung", etwa in Form von vermehrtem Autofahren, zugute hätte. Wir untersuchen in diesem Projekt, unter welchen Voraussetzungen wir mit positiven oder negativen Spill-over-Effekten zu rechnen haben.

Hintergrund

Heutzutage wird mit Hilfe verschiedener, zumeist ökonomisch oder psychologisch ausgerichteter Massnahmen versucht, die Nutzung natürlicher Ressourcen durch Verbraucherinnen und Verbraucher nachhaltiger zu gestalten. Die Wirksamkeit solcher Massnahmen ist jedoch unterschiedlich. Es gibt zwar Wirksamkeitsanalysen, diese sind in der Regel aber isoliert angelegt, so dass man die Auswirkungen der Massnahmen für andere Bereiche nicht abschätzen kann. Dies ist aber notwendig, um die Nachhaltigkeit des Konsums insgesamt zu erhöhen.

Ziel

Wir untersuchen, unter welchen Voraussetzungen und für welche Bereiche positive oder negative Spill-over Effekte als Folge von Massnahmen zur Erhöhung der nachhaltigen Ressourcennutzung auftreten. Die Analysen basieren auf empirischen Studien im Feld und im Labor. Besonders wichtig ist die Ermittlung von individuell wahrgenommenen Kosten und Nutzen einer nachhaltigeren Ressourcennutzung. Ausserdem ist wichtig zu wissen, welche Ressourcen in den Augen der Nutzenden zusammenhängen.

Bedeutung

Auf der Basis dieses Projekts kann es gelingen, Massnahmen so zu konzipieren, dass sie möglichst viele positive und möglichst wenig negative Spill-over Effekte für die Nutzung natürlicher Ressourcen auslösen. Auf diese Weise kann die Effizienz von Interventionen zur Erhöhung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen durch Konsumentinnen und Konsumenten erheblich gesteigert werden. Wir adressieren somit die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 7 Bezahlbare und saubere Energie, 12 Verantwortungsvoller Konsum und Produktion und 13 Massnahmen zum Klimaschutz.

Originaltitel

Sustainable Consumer Behaviour – The Relevance of Spill-over Effects in the Use of Natural Resources

Projektverantwortliche

  • Prof. Dr. Renate Schubert, Institut für Umweltentscheidungen, ETH Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Prof. Dr. Renate Schubert Institut für Umweltentscheidungen, ETH Zürich Clausiusstrasse 37 8092 Zürich +41 44 632 47 17 schubert@econ.gess.ethz.ch

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