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Nachhaltigkeit im öffentlichen Beschaffungswesen

 

In der Schweiz werden jährlich über 40 Milliarden Franken für öffentliche Beschaffungen ausgegeben. Ausgehend von bestehenden Ausschreibungsdaten und unter Berücksichtigung verschiedener Nachhaltigkeitsindikatoren entwickeln wir wirkungsvolle Kriterien für nachhaltige Beschaffungen.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Pro Jahr werden in der Schweiz über 40 Milliarden Franken für öffentliche Beschaffung auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene ausgegeben. Die Beschaffungsstellen können bereits heute ökologische und soziale Vorgaben durch passende Kriterien vorgeben. In Zukunft sollen Nachhaltigkeitskriterien gemäss neuem internationalen und nationalen Beschaffungsrecht und internationalen Verträgen noch stärker berücksichtigt werden. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes entwickeln wir deshalb Nachhaltigkeitskriterien für öffentliche Ausschreibungen, die an bisherigen Beschaffungen sowie Leistungsindikatoren der Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen angelehnt sind. Als Ergebnis entsteht ein Verzeichnis von spezifischen Eignungs- und Zuschlagskriterien für Beschaffungsgegenstände, die juristisch überprüft und in der Beschaffungspraxis getestet sind.

Hintergrund

Bereits heute werden in einigen öffentlichen Ausschreibungen Nachhaltigkeitskriterien angewendet. Noch gibt es allerdings weder in der Literatur noch in der Praxis der Vergabestellen und der Gerichte standardisierte Kriterien, die einfach und systematisch angewendet werden können.

Ziel

Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, zunächst den Status Quo des Schweizerischen Beschaffungswesens bezüglich Nachhaltigkeitskriterien zu ermitteln. Dafür werden wir über 50’000 Beschaffungsausschreibungen computerisiert auswerten. Daraufhin werden wir entlang der Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative spezifische Eignungs- und Zuschlagskriterien entwickeln, die künftig bei öffentlichen Beschaffungen berücksichtigt werden können. Diese Kriterien werden wir auf ihre rechtliche Konformität hin analysieren und auf ihre Akzeptanz innerhalb der Beschaffungsszene prüfen.

Bedeutung

Die gesellschaftliche Relevanz des Projektes besteht darin, die 40 Milliarden Franken, die jährlich allein in der Schweiz für öffentliche Beschaffungen ausgegeben werden, im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft zu verwenden. Wir beabsichtigen auch, eine Hilfestellung für nicht-öffentliche Beschaffungen zu erarbeiten, um einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu liefern. Ferner sollen die entwickelten Kriterien auch als mögliche Vorlage für das Beschaffungswesen anderer Länder dienen. Damit liefert das Projekt einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Allgemeinen und zu einer nachhaltigen Wirtschaft in der Schweiz im Besonderen.

Originaltitel

Sustainable Public Procurement (SPP): Developing and Testing Sustainability Indicators for Public Procurement Tenders in Switzerland in line with the WTO Government Procurement Agreement - and their Social Acceptability and Legal Feasibility

Projektverantwortliche

Projektleitung

  • Prof. Dr. Dr. Peter Seele, Ethics and Communication Law Center, Università della Svizzera Italiana
  • Dr. Matthias Stürmer, Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Bern
  • Prof. Dr. Federica De Rossa Gisimundo, Istituto di diritto, Università della Svizzera Italiana

Projektpartner

  • Prof. Dr. Irina Lock, Amsterdam School of Communication Research, University of Amsterdam

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Prof. Dr. Dr. Peter Seele Ethics and Communication Law Center, Università della Svizzera Italiana via Giuseppe Buffi 13 6904 Lugano +41 58 666 42 96 peter.seele@usi.ch

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