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Freiwillige Umweltinitiativen der Privatwirtschaft

 

In diesem Projekt untersuchen wir, ob und wie sich freiwillige Umweltschutzmassnahmen von Firmen auf Umwelteinstellungen und -verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten auswirken. Insbesondere sind wir daran interessiert, wie solche Umweltinitiativen der Privatwirtschaft die Nachfrage seitens der Bürgerinnen und Bürger und der Umweltverbände nach ‘grünen’ staatlichen Interventionen beeinflussen.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Inwiefern freiwillige Umweltschutzmassnahmen im Privatsektor die Umwelteinstellungen und das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten beeinflussen, und ob diese den politischen Druck für staatliche Interventionen im Umweltbereich eher erhöhen oder reduzieren, ist umstritten. In diesem Projekt identifizieren wir solche Interaktionen zwischen freiwilligen und staatlich verordneten Umweltschutzmassnahmen mittels repräsentativen Befragungen, Befragungsexperimenten sowie Fokusgruppen. Folgende Bereiche werden wir vertieft behandeln: Recycling von Plastikabfällen, Emissionen von Fahrzeugen, Holz, Torf, Baumaterialien und Lebensmittel.

Hintergrund

Fortschritte in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft erfordern starke Veränderungen der Einstellungen und des Verhaltens sowohl auf der Produzenten- als auch auf der Konsumentenseite. Der Aktionsplan Grüne Wirtschaft 2013 des Bundes sieht zu diesem Zweck neben staatlichen Interventionen eine Vielfalt von freiwilligen Umweltschutzmassnahmen aus dem Privatsektor vor. Ob solche freiwilligen Massnahmen tatsächlich positive Impulse auf staatliche Umweltschutzmassnahmen sowie die Einstellungen und das Umweltverhalten von Bürgerinnen und Bürger generieren, ist aus wissenschaftlicher Sicht unklar. Im Prinzip können freiwillige Initiativen des Privatsektors den politischen Druck für mehr Umweltschutz reduzieren und damit die Umweltpolitik schwächen (crowding out Effekt). Andererseits könnten sie auch zu einer Stärkung bestehender staatlicher Umweltstandards beitragen und die Einführung neuer Standards erleichtern.

Ziel

Mit dem Projekt verfolgen wir zwei Ziele. Erstens gehen wir der Frage nach, wie sich freiwillige Umweltschutzmassnahmen auf Umwelteinstellungen und -verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten auswirken. Zweitens untersuchen wir, ob und wie freiwillige Umweltschutzmassnahmen im Privatsektor die Nachfrage von Bürgerinnen und Bürger und Interessengruppen (z.B. Umweltverbände) nach staatlichen Interventionen in diesem Politikbereich beeinflussen, und inwiefern sich solche Effekte bei verschiedenen Umweltbereichen und Formen freiwilliger Massnahmen unterscheiden.

Bedeutung

Mit unserer Forschung tragen wir zum besseren Verständnis über die Möglichkeiten und Grenzen freiwilliger Umweltschutzmassnahmen des Privatsektors mit Blick auf eine nachhaltigere Wirtschaft bei. Wir unterstützen somit Bemühungen, freiwillige Umweltmassnahmen so zu konzipieren und umzusetzen, dass diese staatliche Umweltschutzmassnahmen stärken, effektive Synergien zwischen der Politik und der Privatwirtschaft schaffen und die Umwelteinstellungen und -verhalten der Bevölkerung positiv beeinflussen.

Originaltitel

Implications of Voluntary Corporate Initiatives for Citizen and Stakeholder Attitudes and Behaviour Towards a Green Economy

Projektverantwortliche

  • Prof. Dr. Thomas Bernauer, Institute of Science, Technology and Policy, ETH Zürich
  • Prof. Dr. Joachim Scholderer, Norwegian University of Life Sciences

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Prof. Dr. Thomas Bernauer Institute of Science, Technology and Policy, ETH Zürich Universitätsstrasse 41 8092 Zürich +41 44 632 6771 thbe0520@ethz.ch

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