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Diversifizierte Ernährungssysteme dank nachhaltiger Handelsbeziehungen

 

Ernährungssysteme sind miteinander verflochten. Sie nachhaltiger zu gestalten, erfordert ein gemeinsames Vorgehen. In diesem Projekt untersuchen wir, wie Staaten mittels nachhaltiger Handelsbeziehungen diversifizierte Ernährungssysteme fördern können, die aus Nachhaltigkeitssicht wertvoll sind.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Mit diesem Projekt wollen wir diversifizierte Ernährungssysteme fördern, indem wir auf differenziertere Handelsbeziehungen hinwirken. Diversifizierte Ernährungssysteme sind nachhaltiger aufgestellt als spezialisierte, welche in erster Linie auf die Mengenproduktion ausgerichtet sind. Erstere sind ökologisch sowie ökonomisch wertvoll und auch der soziale Nutzen ist gerecht verteilt. Zudem tragen sie zu einem vielfältigen Nahrungsmittelangebot bei. Das Projekt untersucht die Frage nach der Rolle des Staates bei der Förderung solcher Systeme. Wenn die öffentliche Hand Lebensmitteln aus diversifizierten Ernährungssystemen Handelspräferenzen gewähren möchte, wie kann sie das auf effektive, verhältnismässige, kontextgerechte, nicht-diskriminierende und verlässliche Weise tun, und das in Einklang mit Verfassungszielen und internationalen Verpflichtungen? Um die Frage beantworten zu können, kombinieren wir umfassende rechtliche Analyse mit der Untersuchung von ‘Best-Practice’-Beispielen. Wir untersuchen bestehende Herausforderungen privater Zertifizierungssysteme, fragen nach der Perspektive von Bäuerinnen und Bauern und analysieren neue Ansätze der Produktedifferenzierung. An Workshops in Bolivien, Laos und der Schweiz werden wir transdisziplinäres Wissen erarbeiten. Eine historische Studie schliesslich wird die Zertifizierungsthematik zeitlich einbetten und kritisch beleuchten. Ein international aufgestellter, praxisorientierter Beirat wird zusätzliche Perspektiven einbringen.

Hintergrund

Das Projekt hat das Potenzial, festgefahrene Positionen in der Handelsdebatte aufzuweichen. Es wird aufzeigen, wie Staaten in ihren Handelsbeziehungen zwischen nachhaltig und weniger nachhaltig produzierten Lebensmitteln unterscheiden können, ohne dabei wichtige Grundsätze des Handelsrechts - wie etwa das Gebot der Nicht-Diskriminierung - zu verletzen.

Ziel

Wir möchte vielfältige Ernährungssysteme im In- und Ausland über differenziert ausgestaltete Handelsbeziehungen fördern. Dabei konzentrieren wir uns auf die Rolle des Staates. Insbesondere wollen wir aufzeigen, wie die öffentliche Hand zwischen nachhaltig und weniger nachhaltig produzierten Lebensmitteln auf kontextgerechte Art und Weise unterscheiden kann, um Handelsanreize danach auszurichten. Gleichzeitig werden wir das theoretische und empirische Wissen, das diesen Massnahmen zugrundeliegt, in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen stärken.

Bedeutung

Werden Handelsbeziehungen künftig differenzierter ausgestaltet und auf die Förderung vielfältiger Ernährungssysteme ausgerichtet, kann die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Ernährungswirtschaft massgeblich vorangetrieben werden.

Originaltitel

Sustainable Trade Relations for Diversified Food Systems

Projektverantwortliche

Projektleitung 

  • Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi, Centre for Development and Environment, Universität Bern, Schweiz

Projektpartner

  • Prof. Dr. Eva Maria Belser Wyss, Institut für Föderalismus, Universität Freiburg, Schweiz
  • Dr. Stefan Mann, Agroscope, Tänikon, Ettenhausen
  • Dr. Andrea Franc, Department Geschichte, Universität Basel
  • Dipl. Ing. ETH Markus Giger, Centre for Development and Environment CDE, Universität Bern
  • Ekolibrium GmbH

Beirat

Der Beirat ist sowohl national als auch international ausgerichtet und setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

WTO-Recht, Agrarhandel und nachhaltige Entwicklung

  • Universität Bern, World Trade Institute (WTI): Thomas Cottier
  • Universität New York, School of Law: Rob Howse
  • Universität Nairobi: Tabitha Kiriti
  • Universität Puerto Rico: Maribel Aponte
  • Ehemals International Centre for Trade and Sustainable Development (ICTSD): Jonathan Hepburn
  • International Institute for Sustainable Development (IISD): Sophia Murphy

Sozial-/Naturwissenschaften, Landwirtschaftssysteme

  • Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL: Beate Huber
  • Universität Bern, Centre for Development and Environment: Sabin Bieri, Albrecht Ehrensperger
  • Universität Bern, Geographisches Institut: Stephan Rist
  • Universität Wageningen: Simon Bush

Bundesverwaltung

  • Bundesamt für Umwelt (BAFU): Franz Perrez, Umweltbotschafter der Schweiz und Experte für Handel und Umwelt
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA): Manuel Flury
  • Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO): tbc
  • Bundesamt für Landwirtschaft (BLW): tbc

Privatsektor/Zivilgesellschaft

  • Fair Trade Max Havelaar: Manuela Stiffler
  • Migros/Coop: tbc
  • BioSuisse: Martin Bossard
  • Crowd Container: Tobias Joos
  • WWF: Daniela Hoffmann
  • Swissaid: Christine Badertscher
  • Alliance Sud: Isolda Agazzi
  • Schweizerischer Bauernverband (SBV): Beat Röösli
  • Women in Development Europe (WIDE): Annemarie Sancar
  • Helvetas Swiss Intercooperation: Frank Eyhorn

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

http://nfp73.snfbern.ch/SiteCollectionImages/buergi-elisabeth.jpg

Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi Centre for Development and Environment CDE University of Bern Mittelstr. 43 3012 Bern 031 631 39 40 elisabeth.buergi@cde.unibe.ch

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