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Zielkonflikte in der Forstwirtschaft

 

Verschiedene, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete, Wirtschaftssektoren konkurrieren zunehmend um knapper werdendes Land und erhöhen den Druck auf die Wälder. Aus der Perspektive des Waldes beschreiben wir systematisch Zielkonflikte zwischen verschiedenen Sektoren einer nachhaltigen Wirtschaft und schlagen Lösungen vor.

​Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

In einem ersten Schritt untersuchen wir Zielkonflikte zwischen verschiedenen Sektoren einer nachhaltigen Wirtschaft aus der Perspektive des Forstsektors und gehen den Erklärungen für Waldrodungen auf den Grund. Dazu sammeln wir zunächst Informationen auf regionaler Ebene, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beschreiben und bestehende Zielkonflikte aufzudecken. Anschliessend werden wir für ausgewählte Fallstudien Lösungsansätze zur Bewältigung von Zielkonflikten in Form von Kombinationen politischer Instrumente erarbeiten und deren Akzeptanz mittels Befragungen untersuchen. Zuletzt visualisieren wir anhand von Simulationsmodellen die Auswirkungen dieser Lösungsansätze auf die Landnutzung in den Fallstudienregionen und besprechen sie mit den betroffenen Akteuren.

Hintergrund

Im Schweizer Mittelland steht die Waldfläche zunehmend auch in Konkurrenz zur Nutzung durch andere Sektoren einer nachhaltigen Wirtschaft (z.B. erneuerbare Energien), so dass vermehrt die Umnutzung von Waldflächen in Betracht gezogen wird. Parallel dazu wird in regionalen Wertschöpfungsketten eine stärkere Nutzung von Holz angestrebt. All dies kann jedoch zu einer Beeinträchtigung der Bereitstellung anderer gesellschaftlich erwünschter Ökosystemleistungen des Waldes führen.

Ziel

Mit dem Projekt beabsichtigen wir eine systematische Erhebung und Typologisierung von Zielkonflikten, die durch das Wachstum von nachhaltigen Wirtschaftssektoren entstehen. Wir evaluieren die Ursachen von Waldrodungen und legen dar, unter welchen Umständen oder in welchen Gebieten die zuvor genannten Zielkonflikte am ehesten zu erwarten sind. In Fallstudienregionen zeigen wir letztlich, wie eine Kombination von verschiedenen politischen Instrumenten Zielkonflikte lösen und so zu einer optimalen Lösung beitragen kann.

Bedeutung

Das Projekt weist auf mögliche Zielkonflikte hin, die bei der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft zwangsläufig entstehen und systematisiert diese, damit sie von den verantwortlichen Akteuren besser berücksichtigt werden können. Ausserdem wird in Fallstudienregionen die Realisierbarkeit von Lösungsvorschlägen evaluiert. Das Projekt leistet somit auch einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, insbesondere zu den Zielen 15 Leben an Land, 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen und 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Originaltitel

Analyzing TRade-offs in forests between sustainable Economy and Environmental objectives (ATREE)

Projektverantwortliche

Projektleitung

  • Dr. Tobias Schulz, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
  • Dr. Astrid Zabel von Felten, Hochschule für Agrar- Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), Berner Fachhochschule
  • Dr. Eva Lieberherr, Departement Umweltsystemwissenschaften, ETH Zürich

Projektpartner

  • Pan Bern AG

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Dr. Tobias Schulz Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL Zürcherstrasse 111 8903 Birmensdorf +41 44 739 24 77 tobias.schulz@wsl.ch