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Versicherungswerte von Waldökosystemen

 

Der Wald schützt die Bevölkerung und Verkehrsinfrastruktur in Berggebieten vor Naturgefahren, wie z.B. Lawinen, Rutschungen und Steinschlag. Gleichzeitig ist der Wald selbst Gefahren ausgesetzt, etwa durch Sturm oder Feuer. Lässt sich die Gefahrenprävention durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und ein innovatives Versicherungsmodell verbessern?

​​Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Wir werden die Kapazität von Waldökosystemen zur Bereitstellung von natürlichen Versicherungsleistungen analysieren. Die Ergebnisse tragen dazu bei, das Bewusstsein und die Akzeptanz sowie das gemeinsame Verständnis für diese Ökosystemleistungen zu erweitern. Im Rahmen von Fallstudien wollen wir das Potenzial und den Wert der Leistungen beispielhaft darstellen. Dabei bestimmen wir auch die Präferenzen der Wald- und Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern, untersuchen die unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen und identifizieren Erfolgsfaktoren. Die gewonnenen Informationen lassen wir schliesslich in die Entwicklung eines operationalen Geschäftsmodells einfliessen, das in der Praxis für eine nachhaltige Versicherung gegen Naturgefahren eingesetzt werden kann.

Hintergrund

Waldökosysteme stellen der Bevölkerung unentgeltlich Leistungen zur Verfügung, wie z.B. den Schutz vor Naturgefahren. Wenn sich die Schutzleistung durch eine optimale Bewirtschaftung des Waldes verbessert und dies zur Gefahrenprävention beiträgt, erbringt der Wald damit quasi eine natürliche Versicherungsleistung für gefährdete Häuser. Da diese Leistung in der Regel nicht bezahlt wird, kann es zu einer Unterversorgung kommen. Das heisst, der Wald wird weniger gepflegt und die Bevölkerung erhält weniger Schutz als eigentlich möglich.

Ziel

Um die unentgeltlichen Schutzleistungen der Waldökosysteme beurteilen zu können, werden wir das natürliche Potenzial und den finanziellen Wert der Versicherungsleistung möglichst genau bestimmen. Diese Informationen fliessen dann in ein Versicherungsmodell ein, in dem die Präferenzen der Eigentümerinnen und –eigentümern des Waldes als Anbieter und der Häuser als Nachfrager der Leistung gegenübergestellt werden. Anhand von Fallstudien prüfen wir schliesslich, ob sich das Modell in der Praxis anwenden lässt, welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind und wie dadurch die Effizienz und Nachhaltigkeit der Gefahrenprävention verbessert werden kann.

Bedeutung

Das Projekt erweitert die naturwissenschaftlichen Grundlagen für Versicherungsleistungen von Wäldern und bestimmt deren Wert aus Sicht der Bevölkerung. Somit stärken wir das Bewusstsein für die menschliche Abhängigkeit von den natürlichen Lebensgrundlagen und fördern den Einbezug der Bevölkerung in Entscheidungen auf politischer, wirtschaftlicher und individueller Ebene.

Originaltitel

Determining the Insurance Value of Ecosystems (DIVES)

Projektverantwortliche

Projektverantwortliche​

  • Prof. Dr. Roland Olschewski, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
  • Prof. Dr. Marc Hanewinkel, Professur für Forstökonomie und Forstplanung, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland
  • Dr. Perry Bartelt, WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF
  • Prof. Dr. Rasoul Yousefpour, Professur für Forstökonomie und Forstplanung, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,​ Deutschland

Projektpartner

  • Aller Risk Management
  • Bundesamt für Umwelt BAFU
  • econcept
  • Gebäudeversicherung Graubünden
  • Kleinn Risk Management
  • Schweizer Hagel

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Prof. Dr. Roland Olschewski Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL Zürcherstr. 111 8903 Birmensdorf +41 44 739 25 62 roland.olschewski@wsl.ch

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