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10.12.2019

Sektorspezifische Auswirkungen des Wirtschaftswachstums auf Methanemissionen

Eine Untersuchung der weltweiten anthropogenen Methanemissionen von 1997 bis 2014 zeigt, wie unterschiedlich sich Wirtschaftswachstum auf Emissionen in verschiedenen Wirtschaftszweigen auswirkt.

Wirtschaftswachstum führte zu einer Ausweitung der Wirtschaftstätigkeit in allen Wirtschaftszweigen, war jedoch von einer merkbaren Reduktion der Emissionen pro produzierter Gütereinheit (Methanintensität) in den Sektoren Viehzucht, verarbeitendes Gewerbe, und öffentliche Verwaltung begleitet. In diesen Sektoren führte das Wirtschaftswachstum zu keinem starken Anstieg der pro Kopf Emissionen, während in Sektoren, die keine Verbesserung der Methanintensität zeigten, das Wirtschaftswachstum zu einer wesentlichen Erhöhung der Emissionen beitrug. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich Emissionsziele vor allem in Sektoren mit Potenzial zur Verbesserung der Methaneffizienz gut mit Wirtschaftswachstum vereinbaren lassen.

Die Ratifizierung des Kyoto Protokolls durch Länder mit verbindlichen Zielen zur Treibhausgas-Reduktion hatte keine bemerkenswerten Auswirkungen auf die Verbesserung der Methanintensität in der Produktion und führte sogar zu einer Erhöhung der konsumbasierten Methanemissionen in einigen Sektoren, vor allem in der Landwirtschaft. Das deutet darauf hin, dass in Ländern mit Treibhausgas-Obergrenzen vermehrt methanintensive Produkte von Handelspartnern ohne Beschränkungen eingeführt werden. Klimaabkommen sollten deshalb entweder alle Länder umfassen, oder, falls dies nicht möglich ist, explizit Emissionen, die indirekt durch international gehandelte Güter eingeführt werden, berücksichtigen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es sektorale Unterschiede in Bezug auf Methanemissionen gibt und dass sich diese in vielen Aspekten von CO2-Emissionen unterscheiden. Dies legt nahe, dass verschiedene Treibhausgase unterschiedlicher Regulierungen bedürfen, was eine gezieltere Politik ermöglichen und internationale Zusammenarbeit bei der Emissionsreduktionen erleichtern könnte.

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 Kontakt

Dr. Doris A. Oberdabernig Postdoc researcher
University Bern
World Trade Institute (WTI)
doris.oberdabernig@wti.org