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26.03.2018

Multi-Indikatoren-Nachhaltigkeitsbeurteilung globaler Ernährungssysteme

Mit Hilfe von 25 Indikatoren wurde die Nachhaltigkeit nationaler Ernährungssysteme in 156 Ländern verglichen. Die meisten Länder mit hohen Einkommen, darunter auch die Schweiz, schneiden in sozialer Hinsicht gut ab, zeigen aber Schwächen bei den Indikatoren Umwelt, Lebensmittelverluste und gesundheitsbewusste Ernährung.

​Die nachhaltige und gesunde Ernährung der Menschen stellt die globalen Ernährungssysteme zunehmend vor grosse Herausforderungen. Es besteht ein Mangel an quantitativen Ansätzen zur Messung der Leistung dieser komplexen Systeme. Das Institut für Lebensmittelwissenschaften, Ernährung und Gesundheit der ETH Zürich hat nun die erste globale Beurteilung nationaler Ernährungssysteme durchgeführt: verglichen wurden die Systeme von 156 Ländern mit Hilfe von 25 Nachhaltigkeitsindikatoren in sieben Bereichen, von Ernährung bis zu Umwelt und sozialen Aspekten.

Die Resultate zeigen, dass kein Land über ein perfektes nachhaltiges Ernährungssystem verfügt. Wie die meisten anderen Länder mit hohen Einkommen schneidet die Schweiz im Bereich der sozialen Indikatoren gut ab, weniger gut sind die Zahlen in den Bereichen Umwelt, Nahrungsmittelverluste und gesundheitsbewusste Ernährung. Länder mit tiefen Einkommen schneiden gut ab was die Umweltauswirkungen der Ernährung pro Kopf betrifft, dafür sind die Bereiche gesunde Ernährung und soziale Aspekte schwach.

Durch den Ersatz von tierischen mit pflanzlichen Nahrungsmitteln würden individuelle Ernährungsprofile ökologisch verbessert, doch es könnte zu Mängel bei gewissen Spurenelementen führen (z.B. Selen, Vitamin B12, etc.), der durch Nahrungsergänzungsmittel gedeckt werden müsste. Die länderspezifischen quantitativen Resultate helfen Entscheidungsträgern, Ziele zur Verbesserung in den entsprechenden Bereichen zu setzen und neue Prozesse einzuführen, ohne dabei die anderen Nachhaltigkeitsindikatoren aus den Augen zu verlieren.

Der Artikel wurde am 27. Februar 2018 in Nature Communications veröffentlicht.

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Dr. Abhishek Chaudhary Institut für Lebensmittelwissenschaften, Ernährung und Gesundheit ETH Zürich +41 44 632 76 28 abhishek.chaudhary@hest.ethz.ch